Geiger & Salber?

Das Wappen einer anverwandten Züricher Anwaltskanzlei verleiht dem Geiger&Salber Respekt und ist zugleich eine Hommage an alte Sitten und Gebräuche. Auch beim Interieur gibt es was zu entdecken: die private Kunstsammlung der Inhaber mit einer halbnackten Brasilianerin in Öl des bekannten Berliner Künstlers Uli Lamsfuß, Fotografien des Halb-New Yorkers Thies Wulf, Grafiken von Moritz Firchow und charakterstarke Portraits von Christian Dammert. Die Vereinigung von Tradition und Moderne, mit all ihren Widersprüchen.

Das genau ist der Spagat, den die Betreiber des Geiger & Salber wagen. Sebat Nur ist die Seele des Geiger & Salber, und hält als Geschäftsfrau und Chefin das Team bei Laune (und an der Leine). Sie ist der Grund, warum Guido Asch von Berlin nach Mannheim gezogen ist, der Liebe wegen. Er ist der Küchenchef und schafft am Herd die Mischung, traditionelle Gerichte und alte, zum Teil in Vergessenheit geratene Rezepte mit dem nötigen Schuß Moderne, neu zu erfinden. "Pimp my Ochsebäckle", so zu sagen.

Ein absolutes Novum in der Gastroszene ist die Arbeit mit Gastköchen. "Clubs haben schliesslich auch Gast-DJ's und durch meine Jahrelange Arbeit als Freelancer hat sich ein internationales Netzwerk aus Köchen gebildet. Die werden eingeladen und kochen dann authentisch aus ihrer Heimat und ihre Spezialitäten", erklärt Asch das Konzept.

Der tägliche Mittagstisch ist jetzt schon der Renner.

Vom Vorgänger "Grimm's Märchen" ist nicht mehr viel Übrig geblieben... am Eingang ist noch das "Im Märchen" geblieben. "Wir haben beim renovieren angefangen die Buchstaben an der Scheibe zu entfernen, dann kam was dazwischen und eben das blieb stehn', auch als ein kleines 'Chapeau' an den Vorgänger. Das Grimm's war immerhin über zwei Jahrzehnte eine Institution in der Stadt." Und natürlich der offene Kamin und der Wintergarten blieben erhalten.

Hier kommt auch wieder die Gratwanderung ans Licht, die man gehen möchte:
"Wir wollen selbstverständlich auch für die ehemaligen Gäste des Grimm's da sein, und bieten eine entsprechend hochwertige Karte an, aber eben auf schlichterer Ebene. Weniger Pomp und Schnickschnack," lacht die Chefin, "Durch das lègere Ambiente wollen wir auch ein junges Publikum erreichen, auch mit den Preisen. Wir wollten einfach einen Rahmen schaffen in dem sich jeder wohl fühlt, Altes entstaubt, Überflüssiges entrümpelt und neues Angefügt wird, in der Küche, im Design und im Service". Und Guido Asch fügt abschließend hinzu: "Wir geigen schon um unsere Gäste herum und salben sie, eben nicht steif sondern auf unsere Art. Hauptsache ist für uns, dass der Gast nach dem Besuch bei uns ein inneres Wohlsein empfindet und einfach gute Laune hat."